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Richtfest zur Errichtung der Materialschleuse


Richtfest zur Errichtung der Materialschleuse

Richtfest an der Materialschleuse des Forschungszentrums. Meilenstein auf dem Weg zum Rückbau des Versuchreaktors ist gesetzt. Dürener Know-how im Stahlbau. 2400 Tonnen schwer und 5,5 Millionen teuer.

Jülich / Düren.

58 Meter hoch, königsblau und wuchtig. Der Meilenstein auf dem Weg zur grünen Wiese ist nicht zu übersehen. "Grüne Wiese" umschreibt das Endergebnis, wenn der Versuchsreaktor auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich zurückgebaut sein wird.

Reaktor an den Haken

Gestern aber wurde zunächst einmal Richtfest gefeiert. In knapp einem Dreivierteljahr wurde der Rohbau der Materialschleuse erstellt. Sie wird in drei Jahren die Hauptlast tragen, wenn der Reaktorbehälter an den Haken genommen wird.

Viel Prominenz wohnte dem Festakt bei. Edgar Prochnow, Aufsichtsratvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor, die seit zwei Jahren in die Energiewerke Nord (EWN) GmbH eingegliedert ist, blätterte in der Geschichte des 15 Megawatt-Versuchsreaktors.

1988 abgeschaltet

1988 wurde der Kugelhaufenreaktor abgeschaltet, seit 1994 wird die Stilllegung betrieben. Ziel ist letztendlich, ?die Anlage in einen gefahrlosen Zustand zu überführen“, schlug Prochnow den Bogen in die Zukunft.

Die mächtige Konstruktion aus Stahlträgern und –stützen, die nun neben dem Reaktorgebäude aufragt, ist prinzipiell nichts anderes als das Tragegerüst eines Hubsystems. An ihm hängend, wird der versiegelte Reaktor aus dem Schutzbehälter herausgehoben und zum Abtransport verladen werden.

5,5 Millionen Euro teuer und 2400 Tonnen schwer ist die stählerne Materialschleuse. Eine technische Herausforderung, die das Dürener Stahlbau-Unternehmen Klaus Queck meisterte. Es hat jetzt schon einen Sonderplatz in der Firmengeschichte sicher, wie Queck-Geschäftsführer Ingo Miletic betonte.

Die letzte Mutter

Die Ehre, die letzte Verankerungsmutter mit einem riesigen Maulschlüssel anzuziehen, teilten sich Edgar Prochnow und EWN-Vorsitzender Dieter Rittscher, unter dessen Regie der Rückbau des AVR erfolgt.

Foto

Ein Schnäpschen auf das Erreichte. Nach alter Handwerkssitte wünschte Queck-Bauleiter Klaus-Peter Neuman (mit Helm) dem stolzen Bauwerk bis zur Fertigstellung weiterhin viel Glück.

Foto: Jonel