AVR Jülich
Die Erstellung einer Materialschleuse und das Ausheben des Reaktorbehälters

Der Gesamtauftrag umfasst die Erstellung einer Materialschleuse und das Ausheben des Reaktorbehälters.

Zur Geschichte:

In Jülich (NRW) steht seit den 60er Jahren einer der ersten deutschen Versuchsreaktoren.  21 Jahre lieferte dieser Hochtemperaturreaktor Strom.

Ende 1988 wurde der Betrieb des AVR-Reaktors eingestellt. In seinem Inneren befinden sich aber noch immer große Mengen radioaktiven Materials. Aus diesem Grund soll der Reaktor komplett zurückgebaut werden – bis an seinem jetzigen Standort nur noch eine „grüne Wiese“ zu sehen ist. Ein in dieser Form einmaliges Projekt und eine äußerst schwierige Aufgabe.

Die Lösung der Entsorgungsexperten:

Der Bau einer ca. 2.000 t schweren Materialschleuse, 60 m hoch, 40 m lang, 27 m breit.

Diese, um den Reaktor neu gebaute, Materialschleuse wurde als Stahlkonstruktion ausgeführt mit 11 m hohen Fachwerkträger in 46 m Höhe als Gleitbahn für einen Verschubschlitten.

Der ca. 150 Tonnen schwere Verschubschlitten wird zum Herausheben, Verfahren und Drehen des Reaktorbehälters benötigt.

Das Anheben (Litzenhub) und Verfahren erfolgt in Arbeitsgemeinschaft mit einem auf diese Arbeiten spezialisierten Partner.

Angehoben, verfahren und um 90° gedreht wird der 2.100 t schwere Reaktorbehälter mit Hilfe eines am Reaktorbehälter angeschweißten s.g. „Oberen Anschlagmittel“ (45 t) und eines „Unteren Anschlagmittels“ (75 Tonnen).

Alle Arbeiten erfolgen bei ständiger Überwachung durch eine von der atomaren Aufsichtsbehörde beauftragten Organisation.